Mi Band 2

Xiaomi Mi Band 2 im Test

Seit mein Microsoft Band 2 zum vierten Mal ausgestiegen ist, bin ich mit einem einfachen Fitness-Tracker von Xiaomi unterwegs: Dem Xiaomi Mi Band 2. Was kann das Gadget? Werde ich es behalten? Nachfolgend ein Test dazu.

Funktionsumfang

Das Xiaomi Mi Band 2 ist eine Weiterentwicklung des Mi Band 1(s), verfügt aber über ein kleines Display. Dieses reagiert allerdings nicht auf Toucheingaben, dafür ist am unteren Ende des ganzen Screens ein Home-Button verbaut. Das Gadget kann natürlich nicht mit einer Smartwatch verglichen werden, bietet aber für den Preis eine erstaunliche Leistung. Folgenden Funktionsumfang bietet das Fitness-Wearable:

  • Schrittzähler
  • Kalorienverbrauchsanzeige
  • Anzeige für zurückgelegte Meter
  • Pulsmesser
  • Benachrichtigungsanzeige
  • Schlaftracking

Doch der Reihe nach. Damit das Mi Band 2 korrekt funktioniert, muss man das Fitness-Gadget mit einer App auf dem Smartphone verbinden. Die App heisst Mi Fit und stammt direkt von Xiaomi. Das Einrichten der App für die erste Verwendung setzt einen Account bei Xiaomi voraus. Für mich kein Problem, denn ich habe ja wegen des Phones ohnehin schon einen. Wer keinen hat, muss diesen erst noch einrichten.

Obwohl die App ansich eigentlich auf Deutsch verfügbar ist, läuft der Einrichtungsprozess für ein neues Konto in englischer Sprache ab. Danach gehts aber auch gleich auf Deutsch los. Geschlecht, Grösse und Gewicht müssen in der App erfasst werden, genauso wie das tägliche Schrittziel. Nachfolgend einige Screenshots:

 

 

Schrittzähler

Kommen wir nun zu den einzelnen Funktionen. Sehr erstaunt war ich über den Schrittzähler, denn dieser funktioniert, zumindest bei dem von mir verwendeten und den von mir in Umlauf gebrachten Geräten, äusserst gut, sofern man bei den Angaben zu Grösse, Gewicht, Geschlecht und Alter nicht schummelt. Die Personen, denen ich ein solches Fitness-Gadget empfohlen habe, sind mit mir zusammen jeweils eine kurze Teststrecke gelaufen und haben die Schritte manuell mitzgezählt. Ergebnis: Bei drei Personen stimmten die Schritte genau, bei einer Person gab es eine Abweichung von zwei Schritten.

Innerhalb der App gibt es eine sehr übersichtliche Verlaufsansicht. So zeigt die App z.B. grob zusammengefasst an, wann man wieviele Schritte gemacht hat und wie lange man dafür brauchte. In dieser Übersicht werden nicht alle Einzelschritte aufgeführt, sie werden aber dennoch gezählt. Ich finde die Ansicht sehr praktisch, wenn man am Ende des Tages noch einmal sehen will, wann man sich wie fest an dem Tag angestrengt hat. Sieht dann wie folgt aus:

Mi Fit Schritte Tagesübersicht

Neben der Tagesübersicht gibt es aber auch noch die Verlaufsansicht. In dieser sieht man dann Werte wie z.B. die aktive Zeit, die Entfernung, die verbrannten Kalorien. Diese Ansicht gibts ebenfalls für den Tag, dann aber auch für eine Woche oder einen Monat. Dort werden dann wiederum die Schritte und Aktivitäten im Durchschnitt angezeigt (also wie lange man z.B. im Schnitt aktiv war pro Tag oder wieviele Schritte man im Schnitt pro Tag gelaufen ist).

Kalorienverbrauchsanzeige

Das Mi Band 2 zeigt direkt auf dem Fitness-Gadget den Kalorienverbrauch an, sofern dies in den Einstellungen so festgelegt wurde. In der Verlaufsübersicht oder der Tagesübersicht wird ebenfalls angezeigt, wieviele Kalorien man mit den zurückgelegten Schritten verbrannt hat. Inwiefern diese Angabe aber verlässlich ist, kann ich nicht sagen. Vergleiche ich die Angaben mit denen des Microsoft Band 2 damals, so verbrenne ich beim Mi Band 2 deutlich weniger Kalorien bei der gleichen Schrittzahl.

Wenn ich aber mein Gewicht, die zu mir genommenen Kalorien etc. miteinander vergleiche und messe, dann stelle ich fest, dass das Mi Band 2 wohl die deutlich besseren Werte liefert, als das Microsoft Band 2 damals. Sie sind näher an der Realität und entsprechen bei Gewichtsabnahme eher dem, was wirklich war. Dennoch stimmen die Angaben des Mi Band 2 nicht 100%ig. Denn das Fitness-Gadaget von Xiaomi bietet keine Höhenmessung und auch keine GPS-Position. Es spielt also keine Rolle, ob ich den Mount Evererst hochsteige oder in Holland die überaus flache Landschaft erkunde – die Kalorien für die Schritte sind identisch.

Anzeige für zurückgelegte Meter

Das Mi Band 2 und die Mi Fit App zeigen an, wie weit man gelaufen ist (in Meter). Damit diese Angaben einigermassen zuverlässig funktionieren, sollten die Ersteingaben (Gewicht, Grösse, Alter etc.) auch der Wahrheit entsprechen. Man betrügt sich sonst am Ende einfach selber.

Um zu testen, wie zuverlässig die Angaben sind, bin ich mit einer Freundin eine rund 5.2km lange Teststrecke abgelaufen. Damit ich einen Referenzwert habe, dann die gleiche Strecke auch nochmals mit dem Roller abgefahren. Das Ergebnis: Eine Abweichung von ca. 300 Metern. Es ist aber auch möglich, dass ich natürlich mehr Schritte gelaufen bin, als bei der Rollerfahrt gemessen werden konnten, weil der Roller um den Fluss herum nicht ganz gleich fahren kann, wie ich laufen konnte.

So oder so. Eine Abweichung von 300 Metern finde ich durchaus ok. Man sollte von einem solchen Fitness-Gerät halt keine Wunder erwarten, sondern die gemessenen Daten eher als Richtwerte anschauen. Im Vergleich zum Microsoft Band 2 (welches mir in diesem Test zu Beginn noch als Referenzgerät diente), stimmen die Meter aber in etwa überein. Beide Geräte hatten jeweils eine Abweichung gegenüber der gefahrenen Strecke.

Pulsmesser

Auch beim Pulsmesser hatte ich noch die Möglichkeit, das Ganze mit dem Microsoft Band 2 zu vergleichen. Beim Microsoft Band2 hatte ich jeweils einen deutlich höheren Puls, als beim Mi Band 2, wo der Puls auch gerne mal so bei 45 herum lag. Natürlich kann man von einem China-Gadget für 20-30 Franken / Euro nicht gleichviel erwarten, wie für ein Microsoft Band 2 im Wert von ca. 250.-. Dennoch hätte ich hier erwartet, dass die Messergebnisse in die gleiche Richtung gehen.

Nach einigen Firmware-Updates in den vergangenen Wochen und Monaten funktioniert das Ganze mittlerweile aber deutlich zuverlässiger. Mein „Ruhepuls“ liegt mittlerweile ungefähr dort, wo er auch beim Microsoft Band 2 gelegen hat.

Das Mi Band 2 misst den Puls nicht permanent, sondern nur dann, wenn man die Messung manuell auslöst. Das kann man entweder direkt über das Gadget tun, oder über die App. Innerhalb der App kann man aber auch einen sogenannten Laufmodus fürs Phone aktivieren. Nimmt man dann z.B. das Phone mit nach draussen, wird die Strecke via GPS aufgezeichnet und auch der Puls für die Dauer permanent gemessen. So erhält man eine detailliertere Übersicht über die zurückgelegte Strecke, den Puls, die Höhe etc:

Benachrichtigungsanzeige

Im Gegensatz zum direkten Vorgänger, dem Mi Band 1s, verfügt das Mi Band 2 über ein kleines Display. Dieses reagiert zwar nicht auf Touch, aber ist dennoch nützlich, denn es zeigt neben den obenstehenden Angaben auch Benachrichtigungen von Apps an. Für praktisch jede App kann man einstellen, ob eine Benachrichtigung auf dem Band 2 angezeigt wird, oder eben nicht. Ich persönlich habe WhatsApp und Snapchat so eingestellt. Erhalte ich dort jeweils eine Nachricht, wird das mir auf dem Mi Band 2 signalisiert.

Aufgrund des kleinen Displays ist es aber z.B. nicht möglich, die Nachricht auch zu lesen. Stattdessen taucht einfach das App-Symbol auf und zeigt damit an, dass in der entsprechenden App eine Benachrichtigung eingegangen ist.

Mi Band 2 Benachrichtigung

Generell können sehr viele Einstellungen für Benachrichtigungen festgelegt werden. So lässt sich beispielsweise festlegen, dass das Band während eines eingehenden Anrufs permanent vibriert. Auch wenn man längere Zeit inaktiv war (also sich kaum bewegt hat), kann man benachrichtigt werden. Ebenso bei SMS oder wenn der Wecker innerhalb der Mi Fit-App gestellt wurde (dazu unten mehr).

Uhrzeit oder andere Anzeige durch Drehen

Ein sehr nettes Feature ist auch das Drehen des Bandes für die Anzeige. In der App lässt sich nämlich einstellen, dass man das Band 2 nur zu sich drehen braucht, damit die Uhrzeit angezeigt wird. Macht man dann eine kleine Bewegung (Handgelenk kurz drehen), wird die nächste Anzeige auf dem Display dargestellt (z.B. Schritte, Meter, Kcal oder Puls). So lässt sich das Gerät theoretisch ohne den Home-Button verwenden.

Nicht stören

Ebenfalls sehr nützlich finde ich dei Funktion „Nicht stören“ – da kann man nämlich festlegen, in welcher Zeitspanne (z.B. von 23:00 Uhr bis 07:00 Uhr) gar keine Benachrichtigungen eintreffen sollen, damit man in Ruhe schlafen kann.

Mi Band 2 Benachrichtigungen Einstellungen

Schlaftracking

Das Mi Band 2 zeigt mir an, wie lange ich geschlafen habe. Okay, das können viele Tracker. Aber in dieser Preisklasse? Eher ungewöhnlich. Das Besondere? Das Mi Band 2 erkennt automatisch, wenn ihr einschlaft und wie lange ihr geschlafen habt. Bei Fitbit (Fitbit One) z.B. muss der Träger manuell einstellen wann er schlafen geht.

In der Statistik sieht man dann wie lange man im Bett war, wie lange man tief geschlafen hat, wie oft und wie lange man in etwa wach gelegen ist und auch die ungefähren Einschlaf- und Aufwachzeiten werden dargestellt.

Natürlich gibts auch für den Schlaf eine Statistik. So kann jeder Tag einzeln zurückverfolgt werden. In der Wochenansicht sieht man dann wie lange man im Schnitt pro Tag geschlafen hat, wie lange der Tiefschlaf im Schnitt gedauert hatte etc. Alles in etwa im Schnitt ausgerechnet. Das Gleiche in der Monatsstatistik.

 

IP67-Zertifizierung

Das Xiaomi Mi Band 2 ist nach IP67 geschützt. Das IP im IP-Code bedeutet, dass das Gerät bis zu einem gewissen Grad gegen das Eindringen von Fremdkörpern und/oder Flüssigkeiten geschützt ist. Die Kennziffer 6 sagt aus, dass das Gerät gegen das Eindringen von Staub geschützt ist. Die Kennziffer 7 sagt aus, dass das Gerät gegen das Eindringen von Wasser für einen gewissen Zeitraum (getestet wirds mit 30 Minuten) geschützt ist.

Ich persönlich ziehe das Mi Band 2 zum Duschen nicht ab. Funktionieren tut es auch heute noch; Keine Schäden durch Wasser, kein eingeschränkter Funktionsumfang, alles noch so, wie damals, als ich es frisch gekauft hatte. Fürs Schwimmtraining (als ehemaliger Leistungssportler) ziehe ich es hingegen auch ab. Einerseits weil ich das Risiko mit Chlorwasser nicht eingehen will, andererseits weil das Gerät keinen Mehrwert im Training bringt. Natürlich muss jeder selber entscheiden, wann und wo er das Band 2 anbehält und wo nicht.

Akku

Was mir am Band 2 am besten gefällt, ist die lange Akkulaufzeit. Je nachdem wie viele Benachrichtigungen etc. man aktiviert, kann das Gadget bis zu 20 Tage ohne Nachladen überleben. Eine sehr beachtliche Zeit, wenn man bedenkt, dass der Akku „nur“ 70 mAh umfasst. Geschuldet ist die lange Akkulaufzeit ganz klar dem Display. Bei diesem handelt es sich nämlich nicht um ein Touch-Display, was sehr viel mehr Strom verbrauchen würde. Zum Vergleich: Mein 250.- teures Microsoft Band 2 musste spätestens nach 1.5 Tagen an die Steckdose. Aufgeladen ist das Band in ca. 45-60 Minuten.

Display

Beim kleinen Display handelt es sich um ein OLED-Bildschirm. Wichtiger als das Display ist jedoch das verwendete Glas. Bei diesem handelt es sich nämlich nicht um gehärtetes Glas, wodurch das Gadget nicht unbedingt gut gegen Kratzer geschützt ist. Auf meinem Mi Band 2 haben sich in den vergangenen Wochen und Monaten bereits einige dicke Kratzer eingefunden, die sich nicht mehr entfernen lassen. Wer Wert auf ein kratzfreies Display legt, der sollte vielleicht zu einer Schutzfolie für das Display greifen.

Fazit

Das Mi Band 2 ist keine Smartwatch. Das sollte jedem bewusst sein, der sich für das Gadget entscheidet. Für einen Fitness-Tracker bietet es aber sehr viel. Ich kann meine Schritte zählen, den Puls erfassen, den Kalorienverbauch und die zurückgelegten Meter einsehen und den Schlaf überwachen lassen. Benachrichtigungen für so ziemlich alle Apps lassen sich ebenfalls festlegen, genauso wie ein Wecker oder ein „Ruhemodus“.

Ich bin seit vergangenem Sommer im Besitz des Gadgets. Eintauschen würde ich es höchstens gegen einen Nachfolger, der evtl. noch die eine oder andere Funktion mehr beherrscht. Man bekommt mit dem Xiaomi Mi Band 2 viel Fitnesstracking für wenig Geld.

Wenn Euch dieser Test gefallen hat und Ihr Euch überlegt, auch ein Xiaomi Mi Band 2 zuzulegen, dann könnt Ihr das über den nachfolgenden Link tun.

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What you did to me will come back to you. Always think about these words.

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